Einleitung
Das Gesetzesdekret zur Vereinfachung und Rationalisierung der Verwaltung vom 24. Mai 2024 führt eine Reihe von Maßnahmen ein, die darauf abzielen, öffentliche Verfahren zu beschleunigen, bürokratische Hürden abzubauen und die Effizienz in den Beziehungen zwischen Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen zu verbessern.
Hauptziele
Das Dekret verfolgt drei wesentliche Ziele: Beschleunigung der Verwaltungsabläufe, Vereinheitlichung der Verfahren und Modernisierung der Verwaltungsabläufe durch digitale Tools und Effizienzkriterien. Darüber hinaus führt dieses Gesetzesdekret eine der wichtigsten Maßnahmen der letzten Jahre im Bereich der Stadtplanung ein: eine echte Amnestie für Verstöße gegen das Baurecht, die es ermöglicht, Gebäude zu legalisieren, die nicht den Bauvorschriften entsprechen oder gegen die Vorschriften verstoßen. Diese Reform zielt darauf ab, Tausende von irregulären Situationen zu lösen, Rechtssicherheit zu schaffen und die Integration dieser Gebäude in die geltenden Vorschriften zu erleichtern.
Was versteht man unter „nicht genehmigten” Gebäuden?
Es handelt sich um Gebäude, die seinerzeit legal oder unregelmäßig errichtet wurden, aber im Laufe der Zeit mit der geltenden Planung unvereinbar geworden sind. Traditionell konnten diese Gebäude nur erhalten bleiben, ohne dass eine Erweiterung oder Modernisierung möglich war, und befanden sich somit in einer rechtlichen Grauzone.
Die Amnestie im Städtebau: Was ermöglicht sie?
Das Dekret ermöglicht erstmals ein Ausnahmeverfahren zur Regularisierung von Gebäuden, die nicht den Vorschriften entsprechen oder deren Verstöße verjährt sind. Die wichtigste Neuerung besteht darin, dass es eine Situation der „verstärkten Gleichstellung mit nicht den Vorschriften entsprechenden Gebäuden” ermöglicht und zusätzliche Rechte gewährt, wie z. B.:
- Zugang zu Genehmigungen für Verbesserungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten.
- Einbeziehung des Gebäudes in die Planung, ohne dass es nur auf seine Instandhaltung beschränkt ist.
- Verbesserung der Wohn- und Sicherheitsbedingungen ohne Sanktionsrisiko.
Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Regularisierung
Um von diesem Amnestieverfahren für Verstöße gegen das Baugesetz zu profitieren, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Der Verstoss gegen das Baugesetz muss gemäss der geltenden Gesetzgebung verjährt sein.
- Das Gebäude darf sich nicht in besonders geschützten oder stark gefährdeten Gebieten befinden.
- Das Gebäude muss technisch konsolidierbar sein und Mindestanforderungen an die Sicherheit erfüllen.
- Es müssen Unterlagen zum Nachweis des Alters vorgelegt werden (Kataster, Luftbilder, technische Zertifikate).
Legalisierungsverfahren
Das Verfahren wird je nach Gemeinde durch eine verantwortliche Erklärung oder ein verstärktes städtebauliches Zertifizierungsverfahren durchgeführt. Der Antragsteller muss technische Unterlagen vorlegen, die den konsolidierten Zustand belegen. Nach der Zulassung erhält das Gebäude einen stabilen Rechtsstatus, der seine Erhaltung, Renovierung und Nutzung ohne übermäßige Einschränkungen ermöglicht.
Auswirkungen für Eigentümer und Gemeinden
Die Maßnahme öffnet die Tür für die Normalisierung zahlreicher Wohnhäuser und Gebäude auf städtischem und ländlichem Grund. Die wichtigsten Auswirkungen sind:
- Erhöhung der Rechtssicherheit für Eigentümer.
- Regularisierung von seit Jahrzehnten bestehenden Situationen.
- Verringerung von Rechtsstreitigkeiten und Verwaltungsaufwand für die Gemeinden.
- Steigende Einnahmen der Gemeinden aus Lizenzen und damit verbundenen Abgaben.
Wichtige Einschränkungen
Obwohl es sich um eine umfassende Amnestie im Bereich der Stadtplanung handelt, kann nicht alles regularisiert werden. Das Dekret schließt Folgendes aus:
- Gebäude auf geschütztem oder öffentlichem Grund.
- Bauwerke, die strukturelle oder sicherheitstechnische Risiken darstellen.
- Kürzlich aufgetretene Unregelmäßigkeiten, die nicht verjährt sind.
Darüber hinaus bedeutet die Regularisierung nicht automatisch den Zugang zu neuen Bauvorhaben oder wesentlichen Nutzungsänderungen.
Fazit
Das Gesetzesdekret vom 24. Mai 2024 stellt einen Paradigmenwechsel dar, der es ermöglicht, nicht genehmigte Gebäude zu legalisieren und seit Jahrzehnten festgefahrene Situationen zu lösen. Sein praktischer und flexibler Ansatz bietet eine echte Chance für Eigentümer, Fachleute und Gemeinden und trägt zu einer geordneteren, sichereren und transparenteren Stadtplanung bei.